19.04.2010, 09:51 Uhr | demo
Kinohelden mit Sonnebrille. (Foto: Cinetext)
In letzter Zeit kommt es wieder öfter vor: Man erhebt den wintermüden Blick gen Himmel und entdeckt hoch oben am Firmament einen leuchtend hell strahlenden Punkt. Das - wir erinnern uns dunkel - ist die Sonne. Sie ist aus dem Skiurlaub zurück und zwingt uns wieder, unsere Augen gegen ihre UV-Strahlen zu schützen. Sonnebrillen müssen her. Aber welche? Wir haben uns für Sie in der Kinogeschichte umgesehen, wer zu welchem Anlass welchen Augenschutz trägt.
Erste und zentrale Festsstellung: Sonnenbrillen sind immer cool. Immer. Ob Schurke oder Held, Maschine oder Mensch, Mann oder Frau, Hippie oder Superheld - wer seine Augen hinter gefärbtem Glas verbirgt, verpasst sich stets den Flair des Geheimnisvollen, Unberechenbaren und Unnahbaren. So mancher Kinocharakter ist ohne Sichtschutz nicht vorstellbar. Was wären die Blues Brothers Jake und Elwood ohne ihre mittlerweile legendär gewordene Ray Ban Wayfarer? Nur ein einziges Mal im ganzen Film bekommt der Zuschauer John Beluscis Augen zu sehen - und zwar als seine Ex-Verlobte in einer Kanalisation mit einem Sturmgewehr auf ihn losgeht. Ansonsten bleibt die Brille, wo sie hingehört. Auch in finsterster Nacht.
Dass Sonnenbrillen in der Tat primär cool und erst in zweiter Instanz funktional sein müssen, führt auch der Terminator (Arnold Schwarzenegger) vor Augen. Als hochleistungsfähiger Killer-Cyborg aus der Zukunft dürfte er nicht wirklich Wert auf UV-Filterstufen legen. Aber auch eine seelenlose Tötungsmaschine weiß es offenbar zu würdigen, dass sie dank einer Persol-Ratti, Typ 58230 noch martialischer und bedrohlicher wirkt, als ohnehin schon. Auch Vampirjäger Blade (Wesley Snipes) trägt auf Schritt und Tritt stilvollen Sichtschutz. Dabei ist er berufsbedingt hauptsächlich bei Nacht unterwegs. Aber was ein knallharter schwarzer Rächer sein will, der darf eben auch die Optik nicht vernachlässigen.
Es gibt sogar Sonnenbrillen, die gibt es gar nicht. Sue Lyon hat doch in Stanley Kubricks "Lolita" so eine rote Plastikbrille mit herzförmigen Gläsern getragen, richtig? Falsch. Obwohl sich dieser Irrglaube bis heute in den Köpfen der Cineasten festegesetzt hat, ist nichts Wahres dran. Der populäre Trugschluss ist auf das bekannte Kinoplakat aus dem Jahr 1961 zurück zu führen, auf dem dem Betrachter eben jene Brille ins Auge springt. In Wahrheit ist Sue Lyon jedoch im ganzen Film kein einziges Mal mit dieser Brille zu sehen.
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