11.02.2010, 20:08 Uhr | LS
Stefan Raab fungiert bei "Unser Star für Oslo" als Jury-Präsident. (Foto: imago)Alles neu beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Nach den Pleiten der vergangenen Jahre wird der deutsche Teilnehmer 2010 in der achtteiligen Castingshow "Unser Star für Oslo" (ab 2.2., immer dienstags, 20.15 Uhr) gesucht. Und das in einer Kooperation zwischen der ARD und ProSieben unter der Federführung von Stefan Raab, der in einem Interview mit der Zeitschrift "TV Digital" gleich klar stellte, das am 29. Mai in Oslo nur ein vorderer Platz für ihn in Frage kommt. "Mein Ziel sind die Top Ten", sagte er und versicherte, alles dafür zu tun. Angst, zu scheitern, habe er nicht. "Die Leute erkennen an, wenn man mutig etwas anpackt und am Ende vielleicht nicht der strahlende Sieger ist, aber alles gegeben hat."
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Raab, dessen Lieder selbst schon dreimal unter den besten Zehn des Song Contests waren, räumte aber auch ein: "Die Zahl der Teilnehmerländer, die eine orientalische Musikkultur haben, ist stetig gewachsen. Und wenn ein Armenier an orientalische Klänge gewöhnt ist, dann findet er natürlich den Song aus Aserbaidschan geiler als den aus Irland." In den acht "Unser Star für Oslo"-Castings wird der Moderator zusammen mit wechselnden Prominenten, darunter Marius Müller-Westernhagen, Jan Delay oder Sarah Connor, in der Jury sitzen. Als Grund für die mehrteilige Kandidatensuche sagte er, das Publikum solle seinen Star für Oslo kennenlernen. Denn dass der Vorentscheid bislang nur aus einer Show bestand, sei eine "stiefmütterliche" Behandlung gewesen. Auch die Verpflichtung der US-Stripperin Dita von Teese im vergangenen Jahr kritisierte Stefan Raab: "Das wirkt unsympathisch, nach dem Motto: Die Deutschen kaufen sich einen Superstar und versuchen, einen auf dicke Hose zu machen."
Die RTL-Konkurrenz von "Deutschland sucht den Superstar", die im gleichen Zeitraum läuft, fürchtet Raab nicht. "Wir sind die klare Alternative. Wir sind an Nachhaltigkeit interessiert, bei anderen Shows ist es meist nach zwei Singles vorbei. Dort wird auf Styling und Marketingtauglichkeit Wert gelegt, aber nicht auf musikalische Substanz." Diese Shows seien wie Benzin, so Raab. "Angezündet, wird es schnell ganz heiß, aber nach einer Minute ist es vorbei. Unsere Kandidaten sind wie schöne dicke Holzscheite. Da können Sie sich muckelig lange davorsetzen."
Wie ProSieben und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) mitteilten, hätten sich mehr als 4.500 Musiker für die Teilnahme an "Unser Star für Oslo" beworben. Allerdings werden nur 20 zu den ersten beiden Shows am 2. und 9. Februar auf ProSieben eingeladen, in denen jeweils zehn von ihnen gegeneinander antreten. Die Zuschauer wählen dann aus jeder Show die fünf Besten, aus denen in fünf weiteren Sendungen die beiden Finalisten ermittelt werden. Diese treten am 12. März in der Entscheidungsshow gegeneinander an. Dabei bestimmen die Zuschauer nicht nur über ihren "Star für Oslo", sondern auch über den Song, mit dem der Künstler beim internationalen Wettbewerb antreten soll. Die ARD überträgt das Viertelfinale und das Finale der Vorentscheidungsshows, ProSieben die restlichen sechs Sendungen. Moderiert werden die Shows von Matthias Opdenhövel und 1Live-Moderatorin Sabine Heinrich.
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