05.12.2011, 10:29 Uhr | SKO
Ein eigener Vorspann mit Gruselschrift, ein Würger, dessen Mord nur als unheimliches Schattenspiel zu sehen ist, und ein Dorf, aus dem man ob seiner seltsam verschworenen Einwohner keine Minute, geschweige denn eine ganze Nacht verbringen will: Der gestrige "Tatort", der im Stil eines Edgar-Wallace-Krimis inszeniert war, ließ an Spannung und schaurigen Charakteren keine Wünsche offen. Ein durchaus gelungener Kunstgriff, der zwar mit den Sehgewohnheiten der Zuschauer gebrochen hat, der aber auch mal erlaubt sein muss.
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Schon der erste Sonntagskrimi mit Tukur als Wiesbadener Ermittler Felix Murot machte deutlich, dass der Star-Schauspieler sich nicht in die Riege zig anderer "Tatort"-Kommissare einreihen, sondern viel lieber aus der Reihe tanzen will. Doch wer schon "Wie einst Lilly" (2010) ungewöhnlich fand, der dürfte von der gestrigen Folge umso mehr überrascht gewesen sein. So spielte der eigentliche Kriminalfall um einen brutal erschlagenen Mann und einen vermeintlichen Selbstmörder im "Tatort: Das Dorf" gar nicht die dominierende Rolle. Dennoch gelang es Regisseur Justus von Dohnányi (als Schauspieler bekannt aus "Der Untergang" oder "Männerherzen") durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen und atmosphärische Dichte die Spannung bis zum Ende zu halten.
Neben Tukur, der immerzu mit den Halluzinationen beschäftigt war, die ihm sein Gehirntumor namens "Lilly" bescherte, überzeugte aus darstellerischer Sicht vor allem Thomas Thieme. Als Bösewicht und Dorf-Patriarch Bemering, der in seinem schlossähnlichen Anwesen im fiktiven hessischen Taunus-Kaff Dornstein thronte und insgeheim einen regen Organhandel betrieb, hatte er sämtliche Einwohner unter seiner Kontrolle und ließ ebenjene schnurstracks ermorden, die ihm nicht loyal zu sein schienen. Ebenfalls eindrucksvoll: Tobias Langhoff als mörderischer Handlanger Bemerings, der mit Mimik und Gestik ganz bewusst an Klaus Kinskis Auftritte in den Wallace-Filmen erinnerte.
Diejenigen Zuschauer, die eher auf "normale" "Tatorte" mit schlüssigen Kriminalfällen und lebensnahen Charakteren stehen, werden den gestrigen Film wohl eher argwöhnisch beäugt haben. Das spätestens, wenn Murot mal wieder eine seiner Halluzinationen ereilte ("Mein Tumor im Kopf ist zurzeit mächtig aktiv"), bei denen ihm die frankensteinmäßige Dorfärztin Dr. Herkenrath (Claudia Michelsen) ein neues Gehirn auf dem Tablett servierte oder die legendären Kessler-Zwillinge eine heiße Sohle aufs Parkett legten. Da Murot wegen seiner Hirngespinste als echter LKA-Ermittler aber sowieso dienstuntauglich wäre, sind die Krimis mit ihm von vornherein nicht unter Realitätsgesichtspunkten zu bewerten.
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Quelle: t-online.de
Balluk schrieb:
am 5. Dezember 2011 um 21:09:38
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(26)
Tatort
Der größte Schwachsinn seit ich Tatort gucke!
Ganz klar, dass jemand mit Gehirntumor noch so seinen Dienst verrichtet.
Macht weiter
so und ihr verliert einen treuen Tatortfreund....
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Syros schrieb:
am 5. Dezember 2011 um 20:23:12
(48)
(21)
Tatort-Kritik: Das Dorf - Ulrich Tukur und das Rätsel des Taunus-Kaffs"
Schwachsinn hoch 3. Ein LKA-Beamter mit einem Gehirntumor
gehört ins Krankenhaus. Dann läßt sich dieser Beamte von einer Dorf-Ärztin willenlos eine Spritze verpassen,also als sowas von unrealistischem Quatsch.
Nach der Tanzeinlage der mittlerweile auch etwas hölzernen Kesslerzwillinge habe ich dann auch abgeschaltet.Als Sciecefiction-Movie gerade mal ne 4- aber als Tatort ne glatte 6 und setzen.,
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Holger schrieb:
am 5. Dezember 2011 um 20:12:44
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Tatort "Das Dorf"
Hier scheinen ja einige ganz bierernste Vögel zu kritisieren. Ich fand diesen Tatort spannend, unterhaltsam und
richtig schön abgedreht. Klasse Anleihen bei old Eddi. Wenn man natürlich nur in seinen eingefahrenen Bahnen bleiben möchte und mit Scheuklappen fernsieht, war das zu offen und anders.
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