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Tatort-Kritik: "Tödliche Häppchen" - Krimikost aus der Fleischfabrik

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"Tatort: Tödliche Häppchen": Leichte Krimikost aus der Fleischfabrik

02.01.2012, 10:37 Uhr | CK

Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in "Tatort: Tödliche Häppchen" (Quelle: SWR/Dirk Guldner)

Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) in "Tatort: Tödliche Häppchen" (Quelle: SWR/Dirk Guldner)

Na, da hatte sich die ARD ja einen echten Leckerbissen zu Neujahr überlegt: In "Tatort: Tödliche Häppchen" ging es um Mord in einer Fleischverarbeitungsfabrik. Rinderhälften, Fleischabfälle, Schweine, die zum Schlachten getrieben werden: All das gab es en détail und in Großaufnahme zu sehen, garniert mit viel Kritik am gedankenlosen Fleischkonsum unserer Gesellschaft. So manchem Zuschauer dürfte da der Feiertagsbraten ziemlich unangenehm aufgestoßen sein.

Wer für 2012 den Vorsatz hegt, kein Fleisch mehr zu essen, für den war der Ludwigshafener "Tatort" mit Sicherheit ein idealer Start ins neue Jahr. Schließlich verkündete selbst Andreas Hoppe alias Kommissar Mario Kopper, dass er während der Dreharbeiten (zumindest kurzzeitig) zum Vegetarier geworden sei - und darauf hoffe, dass der Film das Essverhalten der Zuschauer verändere. "Vielleicht könnte er der Tropfen sein, der den Topf zum Überlaufen bringt", so Hoppe laut SWR. Mit seiner Thematik griff der "Tatort" jedenfalls einmal mehr einen aktuellen Trend auf: Spätestens seit Jonathan Safran Foers Besteller "Tiere essen" ist das Thema Fleischverarbeitung schließlich in aller Munde.

Schwache Story, vorhersehbare Wendungen

Als Weckruf zu bewussterer Ernährung war der erste "Tatort" des neuen Jahres also geeignet, doch als Krimi konnte er nicht recht überzeugen. Dazu war die Story um die Weltverbessererin Steffi Pietsch (Idil Üner), die tot unter einer Brücke aufgefunden wird, zu schwach. Spannung wollte nicht recht aufkommen, da von Beginn an klar war, dass sich der Täter in der Fleischfabrik finden musste, wo sich die Mitarbeiterin Pietsch mit ihrer unbequemen Art keine Freunde machte - zumal sie per Internetvideo mit unangenehme Enthüllungen angedroht hatte. Auch dass zwischen dem verschwiegenen Psychiater Dr. Schmitz-Graeter (Felix Vörtler) und Pietschs Freundin Elke Schmitz (Bernadette Heerwagen) eine Verbindung bestehen musste, fiel dem Zuschauer sofort auf (gleicher Nachname, hallo?). Den Kommissaren kam diese Erleuchtung allerdings erst im letzten Filmdrittel.

Charaktere waren entweder zu blass oder überzeichnet

Leider waren auch die Figuren in diesem "Tatort" eher enttäuschend. Während etwa die schüchterne Elke Schmitz oder Pietschs Ex-Mann Richard (Kai Scheve) zu blass blieben, wirkte die Figur von Pietschs Chef Holger Hermanns (Johannes Zirner) wie die Karikatur eines Filmfieslings, was vor allem an seinen konstant abgefeuerten psychopathischen Lachsalven lag. Einzig die neue Freundin von Pietsch Ex-Mann (Kathrin Kühnel) brachte dank ihrem Job als Tanzlehrerin etwas Schwung in den "Tatort". Prompt nahm der tanzunbegabt Kopper bei ihr Stunden und man konnten den beiden zusehen, wie sie über das Parkett glitten. Das war nett anzuschauen, die Handlung brachte es allerdings nicht voran.

Mittelmäßiger Start ins neue "Tatort"-Jahr

Insgesamt bot "Tödliche Häppchen" nur einen mittelmäßigen Start ins neue "Tatort"-Jahr. Aus der Thematik hätte sich sicherlich ein weitaus packenderer Film stricken lassen. Doch zum anderen ist es vielleicht ganz gut, dass die ARD an Neujahr nicht ihr bestes Krimipulver verschoss. Denn in der allgemeinen Katerstimmung nach Silvester wäre ein Top-"Tatort" wahrscheinlich verschenkt gewesen - und hätte die Messlatte fürs kommende Krimijahr gleich viel zu hoch gesetzt.

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Quelle: t-online.de

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Kommentare (215)

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Thema: "Tatort-Kritik: "Tödliche Häppchen" - Krimikost aus der Fleischfabrik"

Ulrich schrieb: am 4. Januar 2012 um 19:59:40
(1) (0) Tatort der anderen (schöneren?) Art
Als ich hörte, dass dieser Tatort eine schlechte Kritik bekam, war mir klar daß ich ihn auf jeden Fall
sehen musste! Für mich als "Freiburger" sowieso ein MUSS, weil ja die Dreharbeiten teils in dor waren. Flache Handlung hin oder her, die Kamerablickwinkel und Schnitte waren für mich stimmig. Und alles hat wunderbar zum Lu-Duo gepasst. Odenthal und Kopper sind für mich nicht wegzudenken. Warum also nicht mal ein auch Tatort nach "Columbo"-Art? Für mich als Fleischesser gibt das
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lothar schrieb: am 2. Januar 2012 um 23:56:40
(0) (0) Tatort
der Höhepunkt ist für mich immer der Kopper mit seinen tollen Autos,der Rest des Filmes bekommt eine 4 minus

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Rene schrieb: am 2. Januar 2012 um 17:01:23
(11) (6) Tatort
Ein wirklich gelungener Tatort. Ein immer wieder aktuelles Thema und gute Komissare. Beim durchlesen einiger Kommentare ist mir
aufgefallen, dass gerade die "Fleischesser" den Tatort nicht gut fanden. Wahrscheinlich kommen sie nicht damit klar, wenn man ihnen die grausame Realität vor Augen führt. Leider stimmt es, dass sehr viele Schweine lebendig überbrüht bzw. geschlachtet werden. Die Qualen die die Tiere bis zum Tod erleiden ist einfach nur grausam.
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