20.06.2011, 17:20 Uhr | dpa/CK
Der zukünftige ZDF-Intendant Thomas Bellut kritisiert RTL. (Foto: dapd)
Gerade erst wurde Thomas Bellut zum neuen ZDF-Intendanten gewählt, da schießt der 56-Jährige schon scharf gegen die Konkurrenz: "RTL transportiert ein fragwürdiges Menschenbild", sagte der 56-Jährige im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Ein Hauptelement des Programms ist dort, dass sich Menschen demütigen lassen." RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt wies die Vorwürfe Belluts am Montag zurück.
"Es ist mehr als verständlich, wenn man sich als frisch gewählter Intendant in einer Orientierungsphase befindet", sagte Schäferkordt der Nachrichtenagentur dpa. "Eher ungewöhnlich dagegen ist, dass sich der neue Intendant in Negativabgrenzung zum Marktführer übt, dabei aber glatt vergisst zu erwähnen, dass das ZDF selbst mit den Hauptnachrichten beim Gesamtpublikum hinter RTL liegt."
Der amtierende ZDF-Programmdirektor Bellut, der ab März 2012 das Amt des Intendanten übernimmt, hatte im "Spiegel" unter anderem Sendungen wie das RTL-Dschungelcamp oder die Nachmittagsshows angesprochen. Soziologen hätten "eine schöne Erklärung" dafür, warum sie beim "Bürgertum" so erfolgreich seien. "Sie nennen es sozialen Abwärtsvergleich", sagte Bellut. "Um sich besser zu fühlen, beobachtet jede gesellschaftliche Gruppe gern, was die unter ihr macht. Sie werden es aber nicht erleben, dass im ZDF singende Jugendliche gedisst werden." Damit spielte Bellut auf die Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" an, in der die Kandidaten sich oft dem rüden Ton der Jury stellen müssen.
RTL-Chefin Schäferkordt hielt der Kritik entgegen, es sei bemerkenswert, "dass Protagonisten ausgerechnet der Sendung, die Herr Bellut verallgemeinernd für das gesamte Programm von RTL kritisiert, genau diejenigen sind, die zur letzten Ausgabe der ZDF-Vorzeigeshow 'Wetten, dass..?' als Gäste für Quote gesorgt haben." Neben DSDS-Chefjuror Dieter Bohlen waren auf Mallorca auch der diesjährige Sieger Pietro Lombardi und die Zweitplatzierte Sarah Engels dabei. "Worte und Taten sind manchmal zweierlei", stellte Schäferkordt süffisant fest. "Nach den Worten sind wir jetzt recht gespannt auf die Taten."
RTL liegt nach Marktanteilen gemessen mit 14,3 Prozent beim Gesamtpublikum in diesem Jahr bislang vor dem ZDF (12,4 Prozent). Bei den von Schäferkordt angesprochenen Nachrichten verbuchte "RTL aktuell" pro Ausgabe in diesem Jahr bislang 4,11 Millionen Zuschauer um 18.45 Uhr, "heute" um 19 Uhr lag bei 3,80 Millionen.
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Quelle: dpa
Critico schrieb:
am 20. Juni 2011 um 20:11:23
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ZDF-Kritik an RTL
Arme RT-Sat-Voxine: Mein Rat ist, dass Sie evtl. mal leise im Geheimen versuchen sollten, einen normalen Sender anzusehen,
z.B. ARTE oder PHÖNIX oder auch eine ganze Reihe der Dritten. Bei Ihnen ist die Saat der Gehirnwäsche = Estreme sind der Normalszustand - scheinbar schon aufge-
gangen. Ich gratuliere und wünsche gute Besserung!
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Seher schrieb:
am 20. Juni 2011 um 20:06:50
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Ballut
RTL merkt Euch: Auch wenn Falsches immer wieder Wiederholt wird, wird es nicht richtiger! Den von RTL gesendete Schwachsinn ist
jugendgefährdend, die sog. freiwill. Selbstkontr. funktioniert auch nicht. Ich bin gegen Zensur, aber solcher Mist muss gestzlich verboten werden. Der Nachtarbeiter hat schon recht, dass man in Bussen etc. das wahre Leben erlebt. Woher haben die Halbstarken bzw. Kinder den Unsinn sonst her? Etwa aus der Schule?
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Gucker schrieb:
am 20. Juni 2011 um 20:03:21
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Bellut-Schelte
Danke, Herr Bllut für das offene Wort. Auch wenn beim ZDF nicht alles ok ist, so ist es allemal um Quantensprünge besser als
RTL. Wenn die nun als Qotenbringer bei Wetten dass D. Bohlen als positiv hingestellten, dann sagt das alles über die Denke bei RTL (und anderen privaten) aus. Sie behaupten auch, dass der Nachmittags-Schwachsinn nicht jugendgefährdend sein soll. Vermutlich beziehen sie sich auf ihre eigene Familie, wo es evtl. noch schlimmer zugehen muss, wenn das normal sein soll.
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