19.05.2008, 10:31 Uhr | Stefan Moser
Sieger Thomas und Zweitplatzierter Fady liegen sich in den Armen. (Foto: dpa)Thomas war mit dem Spruch angetreten: “Für mich gibt es keinen Plan B, ich will Superstar werden“. Seit gestern ist er es. Um exakt 23:59 Uhr und 38 Sekunden brachte Notar Dr. Fleischhauer den goldenen Umschlag mit dem Urteil der Anrufer. Das endlose Warten hatte ein Ende. Auf der einen Seite Fady, der Schmusesänger im weißen Anzug, auf der anderen der Rocker Thomas in Jeans und Lederjacke. Da standen sie nun Hand in Hand. Nervös waren sie beide. Dann die entscheidenden Worte: “...Deutschland hat den Superstar gewählt, mit 62% der Anruferstimmen ist Thomas Godoj Superstar 2008." Damit fiel das Ergebnis zwar nicht so deutlich aus wie im Vorfeld erwartet, aber immer noch klar genug. Und Thomas konnte es kaum fassen: Von wegen harter Rocker! Auch bei ihm entlud sich die Anspannung der letzten Tage und Wochen in Tränen. Feuchte Augen wohin man schaute. Bei Fady konnte man nicht erkennen, ob es Tränen der Enttäuschung oder der Freude über das Erreichte waren. Bei Thomas war die Interpretation schon deutlich leichter. Doch bevor er sich richtig fallen und gehen lassen konnte, musste er noch mal ran. Völlig fertig mit sich und der Welt musste er seinen Siegersong singen. Mit einem Konfettiregen endete der Song und begann der Partymarathon.
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Zwei tolle Sänger gingen ihren Weg
Als Höhepunkt hatten die beiden kurz vor Bekanntgabe des Ergebnisses noch einmal gemeinsam “My Way“ von Frank Sinatra in einer deutsch-französisch-englischen Version gesungen. Mit souveränen Auftritten und einer starken Stimme konnte sich Thomas letztendlich gegen Schmusesänger Fady Maalouf durchsetzen. Schon nach dem ersten Auftritt gab es für ihn laute und anhaltende “Zugabe“-Rufe aus dem Publikum. Es ist aber auch deutlich einfacher, mit gut gesungenen Rocksongs die Leute zum Mitmachen zu animieren als mit Schnulzen. Keine Frage, Fady lieferte tolle Auftritte ab, aber emotionaler waren eben die Rocknummern. Bereits nach dem zweiten Song prophezeite Dieter Bohlen mit Blick auf Thomas Godoj: “Mach dich schon mal mit dem Gedanken vertraut, dass du das Ding gewinnst“. Frauke Ludowig gegenüber verriet Fady auf der anschließenden Party, dass er den Weg im Musikgeschäft weiter gehen will.
Jury in Champagnerlaune
Trotz des Gesichtsausdrucks: Bohlen freute sich für Thomas. (Foto: dpa)Von den über 30.000 Bewerbern schafften nur Fady und Thomas den langen Weg ins Finale. Die Besten der Besten, klar dass da die Jury, bestehend aus Anja Lukaseder, Bär Läsker und Dieter Bohlen nicht mehr viel zu meckern hatte. Sie präsentierte sich in Champagnerlaune. Blubberwasser im Glas und Superlative auf den Lippen. Da wurde aus “Schulzenkönig“ Fady erst ein “Schnulzenkaiser“ und schließlich sogar ein “Schnulzengott“. Ein Abend voller Glamour, bei dem man nur von Dieters Glitzersakko fast blind werden konnte.
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Die Siegertitel
Thomas bei seiner Familie und Freunden. (Foto: dpa)Es ist in jeder Staffel das Gleiche, der Sieger produziert einen eigenen Titel, der dann am folgenden Freitag in die Plattenläden der Republik kommt. Neu ist, dass in diesem Jahr keiner der möglichen Siegertitel von Dieter Bohlen kommt. Fady musste auch in der letzten Runde als erster auf die Bühne. Sein mögliches Siegerlied hieß "Blessed" und wurde von Alex Christensen produziert. Eine eher schwache Nummer, der auch Fady kein Leben einhauchen konnte. Ein Top-Hit aus der Feder von Dieter Bohlen klingt anders. Deshalb war es bemerkenswert, wie er dennoch versuchte, den Titel schön zu reden. Thomas' Siegertitel heißt "Love Is You". Dieser Song wurde von Valicon produziert, die auch schon für Silbermond, Jeanette und den DSDS-Sieger der dritten Staffel, Tobias Regner, gearbeitet haben. Er schoss damals mit ihrem Titel “I Still Burn“ direkt auf Platz Eins.
Überraschendes Finale
Zwei Männer im Finale. Die Besten der Besten! Dabei hatte man am Anfang den Eindruck, die Frauen würden die Buben in diesem Jahr schlicht an die Wand singen. Doch in den letzten Wochen kam die Wende, Rania, Monika und Linda flogen in den letzten Sendungen eine nach der Anderen aus der Show. Zu Beginn wurden gestern noch einmal die unterschiedlichen Wege der beiden ins Finale mit allen Höhen und Tiefen gezeigt. Große Gefühle zur besten Sendezeit. Den Anfang macht “Schmusebär“ Fady Maalouf mit “Careless Whisper“ von George Michael. Handwerklich gut, aber leider etwas langweilig vorgetragen. Dieter Bohlen verglich es mit dem Erlebnis in die Hose zu pinkeln, “...ein schönes warmes Gefühl“, aber eben auch nicht mehr.
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Nachfolger von Mark Medlock
Der Moment der Entscheidung: Thomas hat gewonnen. (Foto: dpa)Mit seinem Sieg folgt Thomas Mark Medlock auf den “DSDS“-Thron, der sich damals einen “schwitzigen Arsch“ geholt hatte. Der Offenbacher hat momentan mit “Summer Love“ genau rechtzeitig zum Finale noch mal einen Nummer-eins-Hit in Deutschlands Single-Hitparade. Damit konnte der letztjährige DSDS-Sieger sogar Madonna von der Spitze verdrängen. Es beweist, dass die Nutzer von t-online.de ein gutes Näschen hatten. Bei unserem Voting hatten 70 Prozent der knapp 50.000 Teilnehmer für den Recklinghäuser Thomas Godoj gestimmt.
Das Grauen hat einen Namen
Um im Finale die Stimmung noch ein bisschen mehr anzuheizen, hatten sich die Macher noch etwas Besonderes ausgedacht: Die DSDS-Allstars waren angekündigt, doch was dann kam, war eine Attacke auf die Ohren. Die schlimmsten Sänger der letzten Staffel versuchten sich an “We Are The Champions“ von Queen. Man hätte doch wenigsten einen Warnhinweis einblenden können: Dieser Song kann ihre Gesundheit beeinträchtigen. Mein erster Weg führte an den Kühlschrank, um die Milch zu überprüfen - sie war völlig zu Recht sauer geworden. Von wegen “All-Stars“, die “Unterirdischen“ wäre besser gewesen. In den Castingsendungen waren sie die Farbtupfer, doch in der Gruppe waren sie einfach unerträglich.
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Stefan Moser
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