07.04.2008, 09:23 Uhr | dh
Fast jeder Zweite hält Cruise für undurchsichtig und gefährlich. (Foto: dpa)Schauspieler Tom Cruise ist wohl einer der bekanntesten Scientology-Anhänger und macht aus dieser Tatsache keinen Hehl. Auch gerät er durch seine umstrittenen Aussagen immer wieder in die Kritik. Daher fürchten sich viele Deutsche vor dem 45-Jährigen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "TNSEmnid" ergab. So halten 47 Prozent der Bundesbürger, also fast jeder zweite, den Schauspieler für undurchsichtig und gefährlich. Die Studie zeigt, dass ältere Menschen eine größere Gefahr in Cruise sehen als die Jüngeren. Demnach halten 66 Prozent der 50 bis 59-Jährigen den Hollywood-Star für gefährlich, bei den 14 bis 29-Jährigen finden dies immer noch 28 Prozent.
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Historiker über Film-Fehler entsetzt
Tom Cruise als Claus Graf Schenk von Stauffenberg (Foto: Studio Babelsberg)Tom Cruise ist hierzulande aber nicht nur wegen seines Engagements für Scientology im Gespräch. Eigentlich steht dieses nämlich erst im Focus des Interesses, seit Cruise in Berlin seinen neuen Film "Walküre" drehte. Er wagt sich mit dem Stauffenberg-Drama an einen deutschen Mythos, und zeitgleich mit der Meldung über Cruises Image tauchen erste Zweifel auf, ob die Darstellung des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 in allen Punkten der historischen Wahrheit entspricht. Der "Bild am Sonntag" lag offenbar das Drehbuch zum Film vor - in der Fassung vom 11. Juni 2007, also kurz vor Drehstart. Dieses Drehbuch legte die Zeitung dem Historiker Professor Dr. Peter Steinbach vor - und der fällte ein hartes Urteil: "Unter allem Niveau, schlimmer als erwartet. Anfangs hieß es, der Film werde Graf Stauffenberg in der Welt bekannter machen. Doch der Stauffenberg, den Tom Cruise spielt, hat mit Deutschland so viel zu tun wie Graf Dracula mit Rumänien."
Trailer "Walküre" video
Major Remer wird zu harmlos dargestellt
So stelle der Film "Walküre" gemäß der "Bild" den Major Otto Ernst Remer als zu harmlos dar. Laut Drehbuch soll er Stauffenberg und seine Mitverschwörer lediglich verhaften und sagt zu Generaloberst Fromm, dass er den Befehl habe, die Gefangenen lebendig zu übergeben. Er ist sogar betrübt, dass die Widerständler letztendlich erschossen werden. Tatsache ist aber laut "Bild", dass Remer Stauffenberg vor dessen Hinrichtung nie gesehen hat und am 20. Juli ein Telefonat mit dem nur leicht verletzten Hitler geführt hatte. Professor Steinbach sagt dazu in der "Bild": "Das ist mehr als Geschichtsverfälschung. Denn Major Remer hat entscheidend dazu beigetragen, dass der Umsturz am Ende misslungen ist. Nach dem Telefongespräch mit Hitler hat er sich ohne Zögern auf die Seite der Nazi-Führung geschlagen und danach Karriere gemacht. (...)"
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Treffen Hitler und Stauffenberg auf Obersalzberg ist erfunden
Laut Drehbuch wird in einem Wald per Schreibmaschine der Plan mit dem Codenamen "Walküre" umgeschrieben, wie auch kurz im Filmtrailer zu sehen ist. Professor Steinbach sagt dazu: "Die Filmszene, wie die Walküre-Befehle im Wald auf einer Schreibmaschine getippt werden, ist absurd, als wenn hier Räuber und Gendarm gespielt würde." Und auch das Treffen Stauffenbergs mit Hitler auf dem Obersalzberg, wo dieser den Walküre-Befehl unterschreibt, sei erfunden. "Es ist lächerlich, Stauffenberg wie einen Büroboten mit Unterschriftenmappe darzustellen. Man macht ihm zum Boten und behauptet zugleich, ihn als Held darzustellen."
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Film wird "historisch authentisch und korrekt"
Des Weiteren bietet laut Drehbuch Generaloberst Ludwig Beck Oberst Stauffenberg eine Zyankalikapsel an - für den Fall, dass der Anschlag misslingt. Stauffenberg lehnt dies aber ab. Auch diese Szene hält Professor Steinbach für problematisch: "Es ist perfide, Beck eine solche Aufforderung zum Selbstmord zu unterstellen. Beck wurde ja am Abend des 20. Juli gezwungen, sich selbst zu erschießen. Gift hätte er als Offizier niemals genommen. (...). Nein, davongestohlen hätte sich Stauffenberg niemals. Und Beck hätte ihm diese Absicht niemals unterstellt." Doch Dennis Rice, Marketingchef der Produktionsfirma United Artist, versicherte der "Bild", der Film werde "historisch authentisch und korrekt sein". Noch arbeite man schließlich an der endgültigen Kinofassung.
dh
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