08.02.2012, 15:00 Uhr | mth
Wie einst Stummfilmstar Harold Lloyd: Hugo Cabret (Asa Butterfield) hängt am Zeiger einer Turmuhr (Quelle: Paramount)
Martin Scorsese ("Shutter Island") hat ein preisgekröntes Kinderbuch in 3D verfilmt. Das mutet auf den ersten Blick so an, als hätte sich Quentin Tarantino über ein Remake von "Der kleine Lord" als Trickfilm hergemacht. Beschäftigt sich Oscar-Preisträger Scorsese doch in seinem beeindruckenden Gesamtwerk am liebsten mit den eher dunklen Seiten der menschlichen Natur, die er schonungslos für die große Leinwand ausleuchtet. Deshalb verblüfft es schon ein wenig, dass dem 69-Jährigen mit "Hugo Cabret" offenbar ein wunderbares Stück pure Kinomagie gelungen ist. Und dass er gleich bei seinem ersten 3D-Film die neue Technik beherrschte wie kaum ein anderer, das beeindruckt sogar "Avatar"-Macher James Cameron. Aber sehen Sie selbst: Wir präsentieren Ihnen den Trailer und ein exklusives Doppelinterview mit Martin Scorsese und James Cameron.
"Hugo Cabret" entführt die Zuschauer in das winterliche Paris des Jahres 1931. Der zehnjährige Waisenjunge Hugo (Asa Butterfield) lebt unentdeckt über der großen Bahnhofshalle des Gare Montparnasse. Dort hält er sich inmitten der riesigen Uhrwerke versteckt. Sein kostbarster Besitz ist ein menschenähnlicher Automat mit mechanischem Innenleben, den er einst mit seinem Vater (Jude Law) gefunden hatte und zu reparieren versuchte. Als er das Mädchen Isabelle (Chloé Moretz) kennenlernt, stellt er mit Erstaunen fest, dass sie einen Schlüssel um den Hals trägt, der den Automaten zum Leben erweckt. Dieser zeichnet ein geheimnisvolles Bild von einem Mond mit Gesicht und einer Rakete im Auge. Auf der abenteuerlichen Suche nach der Bedeutung der Zeichnung stoßen Hugo und Isabelle auf weitere Geheimnisse, in deren Mittelpunkt Isabelles mysteriöser Onkel, der Filmpionier Georges Méliès (Ben Kingley) steht.
Seitdem er vor vier Jahren Brian Selznicks Buch "Die Entdeckung des Hugo Cabrets" gelesen hat, war die Verfilmung dieser Geschichte eine Herzensangelegenheit Scorseses. Denn genauso wie die Regielegende das Kino in all seinen Facetten lebt und atmet, so ist auch Selznicks Vorlage von einer tiefen Liebe zu dieser magischen Welt durchdrungen. Scorseses Film ist eine liebevolle Hommage an die Frühzeit des Kinos und an einen seiner Protagonisten. Dabei soll sich "Hugo Cabret" keineswegs hauptsächlich an ein junges Publikum wenden, sondern dürfte für Filmfreunde jeden Alters ein herausragendes Kinoereignis bieten. Das sah man auch bei der diesjährigen Verleihung der Golden Globes so. Dort wurde Martin Scorsese mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.
Kinostart: 9. Februar 2012
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mth
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