10.03.2011, 09:55 Uhr | mth
Regisseur Uwe Boll ist sauer auf die Veranstalter der Berlinale. (Foto: Cinetext)
Regisseur Uwe Boll ist sauer auf die Veranstalter der Berlinale, weil sein beim Filmfestival eingereichtes Holocaust-Drama "Auschwitz" übergangen wurde. Am Donnerstag kündigte er nun an, Berlinale-Chef Dieter Kosslick verklagen zu wollen. Dabei gehe es um Unregelmäßigkeiten bei der Anmeldegebühr für Festivalfilme und möglicherweise um Millionenbeträge. "Der Verdacht wiegt schwer. Das muss der Staatsanwalt klären", äußerte der 45-Jährige gegenüber "Welt Online". Weitere Details zu seinen Anschuldigungen kündigte der Filmemacher für den Sonntag (13. Februar) an. Dann wird Boll anlässlich der Premiere von "Auschwitz" im Berliner Babylon-Kino eine Pressekonferenz geben.
Seitens der Veranstaltungsleitung wollte man die Angelegenheit nicht kommentieren. Man sehe einer Klage aber gelassen entgegen, das berichtet "Spiegel Online". Auch über die Gründe, warum Bolls Film nicht im Rahmen der Berlinale gezeigt wird, herrscht Stillschweigen, da Absagen prinzipiell nicht begründet werden müssen. Der Regisseur vermutet allerdings persönliche Gründe hinter der Nichtberücksichtigung. "Der einzige Grund, warum mich alle deutschen Förderer und Festivalchefs ablehnen, ist, dass ich ihnen nie in den Arsch gekrochen bin", wettert Boll gegenüber "Welt Online". Während Filme über Helden des deutschen Widerstands im Dritten Reich subventioniert und ausgezeichnet würden, werde seine Auseinandersetzung mit dem Alltag in einem Konzentrationslager bekämpft und angegriffen.
In "Auschwitz" zeige er "die tatsächliche Situation des Todescamps" und konzentriere sich nicht auf individuelle Schicksale, die die Ausnahme von der Regel zeigten. Ein erster Teaser zum Film hatte im vergangenen Jahr bereits für Empörung gesorgt. In ihm ist Boll selbst als KZ-Wachmann zu sehen, der dösend an der Tür einer Gaskammer lehnt, hinter der gerade Menschen getötet werden. Gegen die Vorwürfe des Voyeurismus und der Respektlosigkeit gegenüber dem sensiblen Thema wehrt sich Boll seitdem vehement und betont, dass sein Film in erster Linie die Lagerroutine zeige und auch einen Dokumentarteil beinhalte, indem er deutsche Schüler zum Thema Auschwitz befragt habe.
Uwe Boll ist seit 20 Jahren im Filmgeschäft und hat bereits viele große Produktionen mit namhaften Darstellern wie Jason Statham, Burt Reynolds, Ben Kingsley und auch Til Schweiger gestemmt. Allerdings werden seine zumeist trashigen Actionfilme, in denen auch mit Gewalt nicht zimperlich umgegangen wird, von der Kritik in der Regel in der Luft zerrissen. Mehrere Auszeichnungen mit der Goldenen Himbeere, dem Anti-Oscar, waren die Folge. 2009 erhielt er den Schmähpreis in der Sonderkategorie "Schlechtestes bisheriges Lebenswerk". Auch sein letzter Film, die mit einigem Rummel begleitete Max-Schmeling-Biografie mit dem ehemaligen Boxer Henry Maske in der Hauptrolle, floppte und erntete vernichtende Kritiken.
Genauso wie seine Filme, die neben einer überwiegenden Mehrheit an Kritikern viele eingeschworene Fans besitzen, polarisieren auch Bolls öffentliche Auftritte. 2006 lud der promovierte Literaturwissenschaftler fünf seiner härtesten Kritiker nach Vancouver zu einem Boxkampf ein und verprügelte sie nacheinander nach Strich und Faden. 2008 sammelte ein weiterer Boll-Kritiker innerhalb eines Jahres vie Internet über 300.000 virtuelle Unterschriften, die Uwe Boll zur Einstellung seiner filmischen Tatigkeit veranlassen sollte, was der Meister mit verbalen Beleidigung auf die in seinen Augen angepasste Regie-Konkurrenz aus Hollywood konterte. Auch die Klage gegen Dieter Kosslink dürfte so also eher unter dem Publicity-Aspekt zu sehen sein. Denn durch die angekündigten Enthüllungen über die finanziellen Unregelmäßigkeiten bei der Berlinale während der "Auschwitz"-Premiere könnte auch seinem Film mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden.
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Quelle: t-online.de
Plaster13 schrieb:
am 11. Februar 2011 um 16:29:56
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so wichtig...
...das du hier einen kommentar schreibst scheinbar ;) ich bin eigtl kein großer internet-comment-freak mit zuviel zeit, aber
ich finde bei so einem thema darf man ruhig mal reaktionen ins internet spammen... ich hoffe das auschwitz screening wird am sonntag gut verlaufen, bin auf die ersten reaktionen gespannt..
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Koch schrieb:
am 11. Februar 2011 um 13:55:17
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?
Was soll's. Ist doch eh alles gekauft und getürkt. Und Boll soll halt einen besseren Job machen oder besser schmieren, dann kommt er auch
zum Zug und braucht nicht rummeckern. Mein Gott, ist das alles wichtig...
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Andreas schrieb:
am 11. Februar 2011 um 13:07:33
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Mobbing
Recht hat er aber schon.Kosslick tut immer so "Ich hole die Hollywood Stars anch Deutschland"
Die würden so oder so kommen um ihre
aktuellen Filme zu promoten. Also das ist sicher keine große Leistung.
In der Tat waren Bolls letztere Werke wie Siegburg, Rampage oder gerade auch Darfur wirklich gut und kontrovers.
Hätte irgendein unbekannter Nobody "Auschwitz" gedreht, würde das jetzt als beklemmend realistisches Meisterwerk abgefeiert werden, und der Regisser würde eine große zukuft prophezeit.
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