19.11.2009, 14:00 Uhr | mth
Udo Jürgens (Quelle: imago)Wegen eines Auftritts im DDR-Fernsehen geriet Entertainer Udo Jürgens ins Visier der Stasi. Das berichtet die "Bild" nach Einsicht in Unterlagen der Birthler-Behörde. Weil Jürgens 1976 in die TV-Show "Ein Kessel Buntes" eingeladen worden war, schrillten im Ministerium für Staatssicherheit alle Alarmglocken, ein eigener Maßnahmeplan wurde erstellt. Unter anderem überwachte eine 25-köpfige Kampfgruppe in zivil den Auftritt des Sängers im Ost-Berliner Friedrichstadtpalast, die bei "politischen Provokationen" sofort einschreiten sollte. Auch wurde Jürgens während seines gesamten DDR-Aufenthaltes ausführlich bespitzelt und jeder seiner Schritte protokolliert. Der 75-Jährige zu "Bild": "Natürlich war uns damals klar, dass wir auf Schritt und Tritt überwacht werden." Er sei aber froh gewesen, endlich in der DDR auftreten zu können. "Trotz der Bespitzelung war es ein großes emotionales Erlebnis."
Foto-ShowMusik-Legende Udo Jürgens
Foto-ShowDie erfolgreichsten Schlagersänger
Foto-ShowSchlagerkult "ZDF-Hitparade"
Foto-ShowDie Gagen der Schlagerstars
MusicloadUdo Jürgens - "Best Of" herunterladen
Udo Jürgens Auftritt in der DDR hatte vor allem deshalb eine große Brisanz, weil zwei Wochen vor dem Aufzeichnungstermin der Show der regimekritische Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert worden war. Auch im westlichen Teil Deutschlands gab es daraufhin unzählige Solidaritätsbekundungen, vor allem von Biermanns Musiker- und Künstlerkollegen. Die SED-Parteiführung befürchtete deshalb, Jürgens könne seinen Auftritt dazu nutzen, seine Sympathien für Biermann auszudrücken. Die Stasi sollte deshalb auch schon im Vorfeld des Ost-Berlin-Besuchs herausfinden, wie Jürgens Verhältnis zu Biermann war und ob er plane, sich zu dessen Ausweisung zu äußern.
Obwohl es keine Anzeichen dafür gab, dass Jürgens seine Popularität bei "Ein Kessel Buntes" für politische Statements nutzen wollte, gab es neben dem Einsatz der Kampfgruppe während der Aufzeichnung auch noch weitere Maßnahmen, damit der Auftritt im Sinne des Regimes störungsfrei verlaufen konnte. So hatte der Sänger den Friedrichstadtpalast über einen Hintereingang zu betreten und zu verlassen. Außerdem durften Karten nur an Angehörige des DDR-Innenministeriums, der Volkspolizei, der SED-Parteihochschule und des Grenzregiments sowie an "zuverlässige Mitarbeiter des DDR-Fernsehens" vergeben werden.
Foto-ShowDie heutigen Jobs der Schlagerstars
mth
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de