16.01.2012, 09:36 Uhr | LS
Sandra Riess und Steven Gaetjen: Die Moderatoren der Castingshow "Unser Star für Baku". (Quelle: dapd)
Es ist ein weiter Weg von Deutschland nach Aserbaidschan, wo in diesem Jahr der Eurovision Song Contest stattfindet. Wie beschwerlich er wird, machte die erste Show mit dem Titel „Unser Star für Baku“ am Donnerstagabend auf ProSieben klar. Denn Teil eins der Suche nach dem deutschen Teilnehmer an dem Sängerwettstreit war anstrengend, ermüdend und am Ende alles andere als befriedigend. Für fünf der zehn Kandidaten hatte die Show wenigstens einen positiven Ausgang.
Shelly Phillips, Roman Lob, Céline Huber, Leonie Burgmer und Katja Petri kamen eine Runde weiter. Sie hatten nicht nur die Jury um Thomas D (42), Stefan Raab (45) und Frida-Gold-Sängerin Alina Süggeler überzeugt, sondern auch die meisten Anrufe erhalten. Bis zuletzt sorgte das neu eingeführte Echtzeit-Voting für Veränderungen im Ranking. Die aktuellen Platzierungen der Kandidaten waren dabei ständig sichtbar und die Abstände zwischen Rang eins und sechs lagen zum Teil bei nur 0,1 Prozent. Doch was von Moderatoren und Juroren immer wieder gebetsmühlenartig als „super spannend“ gepriesen wurde, konnte den Zuschauer gewaltig nerven. Und viel Geld kosten - bei 50 Cent pro Anruf oder SMS.
Schon bevor überhaupt das erste Lied angestimmt werden durfte, musste abgestimmt werden. Warum? Nein – nicht wegen der Einnahmen durch die Telefongebühren! Weil damit die Reihenfolge der Auftritte festgelegt wurde. Nur anhand von Aussehen und Sympathie. Fast drei Stunden später kündigte Moderatorin Sandra Rieß mit den Worten „Jetzt kommen die Minuten der Wahrheit“ den Voting-Endspurt an. Da hatte man schon 15 Minuten überzogen und die Sendung Züge längst vergessener 9Live-Call-in-Shows angenommen. Sogar während des letzten Werbeblocks waren die aktuellen Voting-Ergebnisse zu sehen.
Manchmal wurde zwischen Werbung und Anrufaufrufen aber auch noch gesungen. In unterschiedlichster Qualität. Nun sind Geschmäcker ja verschieden – aber ob unser Star für Baku in dieser Show dabei war, darf bezweifelt werden. Roman Lob, Shelly Phillips und Céline Huber wurden zwar von der Jury in den Himmel gelobt – doch können sie auf internationaler Bühne bestehen? Auf der anderen Seite waren mit Jan Verweij und Salih Özcan aber sogar zwei Totalausfälle dabei, bei denen man sich fragen musste: Wie haben die es überhaupt in die Show geschafft?
ESC-Blogger und Experte Jan Feddersen hatte am Tag vor dieser Sendung, scheinbar besoffen vor Vorfreude, die zehn Teilnehmer „Elite des modernen Showbusiness“ genannt. Davon war dieses Casting jedoch meilenweit entfernt. Aber vielleicht sollte man hier nicht verfrüht urteilen. Einer Lena Meyer-Landrut hätte man seinerzeit nach ihrem ersten Auftritt bei „Unser Star für Oslo“ auch nicht zugetraut, den Eurovision Song Contest zu gewinnen. Und es kommen ja noch mal zehn Kandidaten. Die Hoffnung stirbt auch hier zuletzt.
Die Jury konnte sich bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt ebenfalls noch nicht richtig positionieren. Wo Dieter Bohlen bei DSDS dumme Sprüche klopft und sich die „Voice of Germany“-Jury in übelster Selbstbeweihräucherung feiert, wird bei „Unser Star für Baku“ nüchtern, aber nicht ohne Gefühl. Besonders Alina Süggeler, „Ich hab nicht ganz so viel gefühlt. Ich hätte gern noch mehr von dir gespürt“, war irgendwie von jedem und allem berührt. Die Herren waren da etwas konkreter: „Bei vielen ist es Gesang, bei dir ist es Kunst“ (Stefan Raab). Thomas D. verpackte seine Meinung zu Salih Özcan in einem Rap.
Einen ganz schlimmen Abend hatte aber das Moderations-Duo erwischt. Sandra Rieß versuchte krampfhaft lustig zu sein. Langweilte aber mit öden Backstage-Interviews, die in der Frage an Kandidatin Jil Rock gipfelten, ob sie mit Kid Rock verwandt oder verschwägert wäre. Steven Gätjen schloss sich diesem Niveau mit dummen Fragen der Sorte „Bist du nervös“ nahtlos an.
Und das Fazit? Der 21-jährige Industriemechaniker Roman Lob, der vor fünf Jahren schon einmal in der Top 20 bei DSDS war, hat von den fünf jetzt weiter gekommenen Interpreten wohl die besten Aussichten dieses Casting zu gewinnen. Seine wahren Qualitäten wird er unter Beweis stellen müssen, wenn er eigene Songs und nicht wie bisher Coverversionen singen muss. Insgesamt gesehen kann es musikalisch aber nur besser werden. Sonst steht uns nicht nur ein langer Weg nach Baku bevor, sondern auch lange Gesichter am Finaltag des Eurovision Song Contests.
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Quelle: dpa
pc schrieb:
am 13. Januar 2012 um 19:54:47
(36)
(42)
ESC
Ich wusste schon vorher,das dabei nur Langeweile rauskommt.Spätestens nach Info,das der Raab schon wieder seine Pfoten mitmischt,war das
Desaster von vornherein vorprogrammiert.Hier geht es nicht um eine künstlerische Darbietung,sondern nur um eine Telefonabzocke.Mehr nicht, und das Raab Null Ahnung von Musik hat,hat Er ja allen die letzten 2 Jahre bewiesen.Er hätte lieber in seinem Fleischerhandwerk bleiben sollen.Hätte Er wenigstens was Gescheides vollbracht.
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Herr Kaa schrieb:
am 13. Januar 2012 um 19:45:02
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(7)
Sendung
Die Sendung war jetzt nicht überragend , aber warum wird hier der beitrag (50 cent) erwähnt und bei allen anderen Shows nicht. Und
was soll überhaupt diese ganze Polemik? Lieber Schreiberling , denke doch noch mal über deine Berufswahl nach .
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Hingugga schrieb:
am 13. Januar 2012 um 19:43:16
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Die Sendung und der Artikel...
...haben sehr wenig gemein. Die Sendung war in ordnung , das Ranking spannend , Kandidaten und Jury gut wenn
auch nicht herausragen- aber immernoch viel besser als DSDS und in Sachen Spannung sogar vor The Voice anzusiedeln.Lediglich dieModeratoren und Jan waren Totalausfälle - ach ja dieser Artikel hier natürlich nicht zu vergessen. Der grenzt nämlich an die plumpe Meinungsmache einer gewissen zeitung....
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