17.03.2009, 11:03 Uhr | LS
Filmplakat zu "Männersache" (Foto: Constantin)Intelligenter Humor, hintersinnige Witze, dreiste Späße - schaut man sich einen Großteil der deutschen Kinokomödien der letzten Jahre an, sucht man diese Zutaten vergebens. Auch der neueste Streifen der sich anschickt, die Zwerchfelle der Nation zu malträtieren, wird daran nichts ändern. Im Gegenteil: Ist doch mit Mario Barth einer der Grobmotoriker der hiesigen Gag-Szene für das Werk verantwortlich. Wer seine Bühnenprogramme "Männer sind Schweine, Frauen aber auch" und "Männer sind primitiv, aber glücklich" kennt, wird wissen, worum es in "Männersache" geht. Brachiale Witze mit einer hohen Dichte an Kraftausdrücken wechseln sich mit abgedroschenen Phrasen über Frauenklischees ab. Doch Barth ist bei Weitem nicht der einzige Comedian, der mit seinem Film den ohnehin schon miesen Ruf der Deutschen in puncto Humor untergräbt, wie Sie unserer Foto-Show entnehmen können.
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"Otto - der Film" (Foto: Cinetext/Richter)Als das Privatfernsehen in den Neunzigern damit begann, immer neue Witzbolde ans Tageslicht zu spülen, sackte das Niveau der Komödien, an denen die Meister des flachen Kalauers beteiligt waren, in den Keller. In Abwandlung eines Zitates aus "Otto - der Film" möchte man Barth und Co daher zurufen: "Ihr seid Comedians wie sie im Buche stehen... Im Strafgesetzbuch!" Zugegeben - auch die Kinoerfolge der Komödien-Klassiker von Otto oder Loriot beruhen weitgehend auf deren Sketchen. Aber während Otto Waalkes, Loriot oder Dieter Hallervorden ihr komödiantisches Talent mit großem schauspielerischen Können verbanden und mit ihren Filmen Maßstäbe setzten, meinen die neuzeitlichen Stand-up-Comedians, dass ihre Witzmixtur aus Stammtischpossen und Büttenrede sowie ein paar beklatschte Auftritte bei ProSieben oder RTL sie ausreichend qualifizieren, um eine Komödie zu drehen. Eine Einschätzung, die sich fataler als jede vergeigte Pointe erwies.
"Der Schuh des Manitu" (Foto: Cinetext/Constantin)Da mag man es kaum glauben, dass die beiden erfolgreichsten deutschen Kinofilme der Nachkriegsära Komödien sind: "Otto - der Film" und "Der Schuh des Manitu". Wie ein Leuchtturm ragt dabei der Überraschungs-Hit des Jahres 2001 aus einer an amüsanten Streifen armen Kinodekade. Denn Comedians wie die Selbstdarsteller Tom Gerhardt, Atze Schröder oder Erkan & Stefan waren in den Neunzigern wie eine Plage über die teutonische Humor-Kultur hergefallen und hinterließen verbrannte Gag-Landschaften. Bully Herbig dagegen verzichtete auf einen cineastischen Egotrip und landete auch deshalb mit seiner Persiflage auf die "Winnetou"-Filme der 60er Jahre ganz oben in den Kinocharts.LS
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