07.11.2011, 08:28 Uhr | dpa/dapd/CK
Ulrich Tukur als "Wüstenfuchs" in der umstrittenen SWR-Produktion "Rommel" (Quelle: dapd)
Die Filmbiographie "Rommel" sollte ein neuer großer TV-Hit für die ARD werden. Doch stattdessen sorgt der Streifen für jede Menge Ärger, noch bevor er überhaupt abgedreht ist. In Presseartikeln wird der Vorwurf der Geschichtsfälschung erhoben, und die Familie des Generalfeldmarschalls Erwin Rommel (1891-1944) kritisiert, die wachsende Kluft des Generals zum Naziregime werde unzureichend dargestellt. Diese Kritik wird vom SWR, dem Auftraggeber der Produktion, sowie vom Filmproduzenten Nico Hofmann jedoch entschieden zurückgewiesen.
Die Historikerin Cornelia Hecht wirft dem Autor und Regisseur Niki Stein laut "Focus" vor, Dialoge und Schlussfolgerungen aus dem Rommel-Buch des Briten David Irving übernommen zu haben. Auch die Enkelin des Generalfeldmarschalls, Catherine, monierte in einem Interview der "Bild am Sonntag", dass Szenen des Film-Drehbuchs nachweislich der Darstellung des Holocaust-Leugners Irving entsprängen. "Braune Soße und Ansichten eines Ewiggestrigen darf man nicht im Film verarbeiten", hatte sie der Zeitung gesagt.
Der beratende Historiker, Peter Steinbach, sieht jedoch in dem Umstand, dass der Film auch auf Recherchen des Buchautors David Irving basiere, kein grundsätzliches Problem. Irving sei ohne Zweifel ein strafrechtlich verurteilter Holocaust-Leugner. "Das hat aber nichts mit den Recherchen zu tun, die sein Rommel-Bild ermöglichten. Seine Darstellung wurde von allen Rommel-Biografen genutzt." Der SWR betont zudem, Autor Stein habe alle zugänglichen historischen Quellen kritisch zu Rate gezogen. SWR-Intendant Peter Boudgoust teilte am Montag mit: "Auf keinen Fall werde ich zulassen, dass 'Rommel' auch nur in die Nähe von revisionistischem Gedankengut gerückt wird. Den Vorwurf, 'braune Soße' in dem Film zu verarbeiten, weise ich mit aller Entschiedenheit zurück."
Produzent Nico Hofmann, Chef der Firma Teamworx, sagte in einer Mitteilung: "Mit dem Revisionismusvorwurf wird eines der wichtigsten ARD-Projekte dieses Jahres denunziert." Es sei bedauerlich zu sehen, dass die Familie Rommel einen verfrühten Historikerstreit vom Zaun brechen wolle. Er habe der Familie sogar angeboten, den Film im Schnitt anzuschauen. "Unser Film muss am Ende des Tages vor der gesamten Historikerzunft und der Weltöffentlichkeit Bestand haben und nicht nur ausschließlich vor der Familie Rommel", sagte Hofmann. Er sei immer zum Dialog mit der Familie bereit gewesen, teilte der Produzent weiter mit. Nun sollen jedoch rechtliche Schritte geprüft werden.
Der SWR-Film "Rommel" skizziert die letzten Monate im Leben des Wehrmachtsgenerals. Bis heute ist es in Expertenkreisen umstritten, wie der Generalfeldmarschall historisch einzuordnen ist. Die Dreharbeiten haben Anfang September begonnen. Der Streifen soll im Herbst 2012 in der ARD zu sehen sein.
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Quelle: dapd , dpa , t-online.de
Rheinländer schrieb:
am 1. November 2011 um 13:50:36
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Rommel usw.
Das ein Mythos um diesen Mann aufgebaut wurde ist ja bekannt. Ob er ein Nazi war oder nicht ist heute kaum zu klären und meiner
Meinung nach auch nicht der Punkt. Die Frage lautet "Wozu sind Kriege da?". Man sehe sich heute in der Welt um . . . Damals ging es um Ideologie (wenn man das so nennen mag), heute um Öl und nix anderes. Wenn man dabei mitmacht sind die eigenen Beweggründe egal, es ist und bleibt ein Verbrechen!
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couchfuchs schrieb:
am 1. November 2011 um 13:28:42
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(24)
Rommel
Ähnlich wie bei Stauffenberg gehören gestreute Diskussionsanregungen um Geschichtsfälschung und Heroisierung zum Marketing dieses
Filmgenres. Letztendlich blicken wir begnadeten spätgeborenen niemals in die Köpfe einer kurzlebigen Kriegsgesellschaft. Dass Rommel ohne Nachschubsicherung Panzer hunderte Kilometer durch Leere Wüsten jagte war von Anfang an genauso aussichtslos wie eine auf 6000 km ausgedehnte Ostfront einen Winter zu überstehen.
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kaschy schrieb:
am 1. November 2011 um 13:25:24
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General
Alle Generäle der Welt sind Gutmenschen, wenn sie gewinnen ober rechtzeitig abspringen. Nur die Soldaten, die einfachen , schießen
und töten somit. Hat Rommel je einen Menschen getötet oder der gute Staufenberg?
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